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Die meisten Nuraghen bestehen aus übereinanderliegenden Kuppelkammern, die durch Wendeltreppen in den Außenmauern miteinander verbunden sind. Einige hatten drei Kammern und erreichten eine Höhe von etwa 25 Metern. Die Türme der Nuraghe Genna Maria bestehen, wohl aufgrund der schlechten Qualität des Mergels, die zu ständigen Brüchen führt, aus nur einer Kammer und müssen eine Höhe von etwa 5-6 Metern gehabt haben. Aufgrund von Einstürzen, die sich bereits in der Antike ereigneten, sind die Dächer der Türme nicht erhalten geblieben.

Der Innenraum des zentralen Turms ist sehr eng, die Mauern bestehen aus groben Mergelblöcken; kleine Keile aus Vulkangestein füllen die Zwischenräume zwischen den einzelnen Quadersteinen. Luft und Licht kamen nur durch die Eingangstür herein. Aufgrund struktureller Probleme dieses Teils des Eingangs, die von innen sichtbar waren, musste auf der rechten Seite ein Stützpfeiler errichtet werden. Außen entschied man sich hingegen für eine vollständige Neugestaltung der Frontfassade mit einem kleinen Fenster über dem Türsturz, um zu verhindern, dass das Gewicht der darüber liegenden Mauern darauf lastete. In der Nuraghe wurden nur sehr wenige Fragmente aus der Nuraghenzeit gefunden, da das Monument ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. als Heiligtum für eine Gottheit des Ackerbaus, möglicherweise Demeter, die Schutzpatronin der Bauern, wiederverwendet wurde. Ab dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. führte die Besetzung Sardiniens durch die Karthager - oder Punier - zur Einführung punischer Kulte auf der Insel; der Demeter-Kult wurde dann in der Römerzeit durch den Ceres-Kult ersetzt. Die Fundstücke im Turm und Innenhof zeugen von der jahrhundertelangen Nutzung der Nuraghe als Kultstätte: 650 Votivlampen, über 250 Bronzemünzen, Scherben von Salbengefäßen und Parfümfläschchen aus Glas, Silbergegenstände und eine kleine Goldmaske zeugen davon, dass im zentralen Turm Votivgaben aufbewahrt wurden. Im Innenhof hingegen zeugen die Veränderungen des Steins aufgrund des ständigen Einwirkens von Feuer und Überreste verkohlter Tierknochen von der Nutzung dieses Bereichs für Rituale und Tieropfer.