Die Nuraghe Genna Maria war wie viele andere Nuraghen mit einer von Türmen umgebenen Umfriedung ausgestattet, die als Antemurale oder Vorburg bezeichnet wird. Die fünfeckige Umfassungsmauer erstreckt sich über etwa 150 Meter und war mit fünf Türmen bestückt, von denen nur noch vier sichtbar sind. Ein Eingang mit einigen Stufen befindet sich am südöstlichen Turm, ein weiterer Eingang öffnete sich vermutlich in der nordwestlichen Mauer. Die Funktion der mit Türmen versehenen Umfriedung ist noch unklar. Seit Jahren gilt die Annahme, dass die Nuraghe eine befestigte Anlage war, bei vielen Wissenschaftlern als nicht mehr haltbar, da es keine archäologischen Hinweise auf Konflikte innerhalb der Anlage oder mit vom Meer kommenden Völkern gibt. Die Vorburg diente offensichtlich dem Schutz des Gebäudes, der darin gelagerten landwirtschaftlichen Produkte und der Tiere. Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte zur Bestimmung der genauen Bauzeit der Anlage, aber es ist plausibel, dass die notwendige Stärkung der Mauern der Nuraghe zu deren Abriss und zur Verwendung der Steine für die Verstärkungsmauer geführt hat.
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